Die Geduld...

Kurzer Spruch, Aphorismus, geschrieben von Monika Minder, 2021

DIE GEDULD HAT EIN ENDE.
ES BLÜHT!

(© Monika Minder, 20. März 2021)

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Spruch auf Tasse mit farbigem Rand

Gedanken zum Spruch: Die Geduld hat ein Ende. Es blüht!

Sich wie die Blumen der Sonne zuwenden, die Lebensfreude spüren und die Kraft, und sich vermehrt mit Menschen treffen, sind natürliche Bedürfnisse. Und nach dem langen Winter mit sperrigen Lockdowns sind diese umso bedeutender.

Das Licht wechselt die Farbe und die ersten Knospen leuchten aus Büschen und Bäumen. Schneeglöckchen winken aus dem Schnee und einige gelbe, weisse und violette Krokusse lächeln bereits aus den Wiesen. Mit dem warmen Märzanfang in diesem Jahr besonders früh. Wie gut das tut, diese Farben in den Augen. Die Geduld hat ein Ende. Es blüht. Und es duftet süsslich. Zugegeben, auf dem Land kann es um diese Jahreszeit auch richtig krass stinken. Zum Glück ist das nur vorübergehend.

Die Geduld hat ein Ende. Ist Geduld eigentlich eine Tugend? Eine problemlose Haltung des Wartens? Im Bezug auf den Winter oder das Warten auf den Frühling kann der Rückzug durchaus mühelos gelingen. Er kann zum Ausruhen und Kräfte tanken genutzt werden. Für Kreativitäten und geistige Bewegung.

Je nach Bedürfnissen des Einzelnen wird Geduld nicht zum Warten im passiven Sinn, sondern zur wertschätzenden Abwechslung. Die Natur mit ihren Jahreszeiten, mit ihren Rhythmen macht es uns immer wieder vor. In unserer hochtechnologisierten Welt haben wir viel Bezug zum Natürlichen eingebüsst, wenn nicht sogar gänzlich verloren. Wir leben nach Uhren, die nicht die inneren sind, nach technischen Geräten, nach Moden und Trends, nach Normen und Traditionen...

Geduld und der eigene Biorhythmus haben da wenig Platz. Viel eher macht diese Kontrolliererei abhängig. In jeglicher Hinsicht verschlingt sie Zeit und Energie. Und die Frage, ob es dabei wirklich um die ureigenen Bedürfnisse geht, wird verdrängt.

Hektik, Eile, Kontrolle, Ungeduld, Anspannung...
versus
Langsamkeit, Zeit, Tiefe, Freiheit, Geduld, träumen...

Geduld ist Anspannung, wenn ich sie nicht gelassen, nicht mit Zuversicht annehmen kann. Das Hoffen auf mildere Temperaturen ist dabei noch die leichtere Aufgabe. Aus Erfahrung wissen wir, der Frühling kommt. Mit der Pandemie haben wir keine Erfahrungen. Sie lässt uns ins Hoffen schier versinken, vor allem, wenn sie nie enden will. Und wir wissen nicht mit Sicherheit, ob sie enden wird. Die Vergangenheit hat uns zwar gezeigt, dass Pandemien kommen und gehen, dass sie die Geschichte, die Menschen, die Entwicklung verändert hat. Nur, heute leben wir in einer ganz anderen Zeit. Unaufhörliche Bewegungen von Gütern, Tieren und Menschen kreuz und quer über den Planeten erhöhen das Risiko weiteren Pandemien und Seuchen einen Nährboden zu geben. Ebenso diese radikale Zerstörung der Natur. Das Artensterben wird auch den Viren die Nahrungskette kaputt machen, und sie werden vermehrt auf den Menschen hüpfen.

Geduld wird zur geistigen und kreativen Aufgabe, die bei der Hoffnung nicht halt machen darf. Die Geduld hat ein Ende. Es blüht. Nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit muss die Geduld ein Ende haben, sondern weil wir handeln. Nicht passiv warten auf bessere Zeiten und ferne Ziele. Es kann nur blühen, wenn wir uns wieder als Teil dieser Erde, als Teil der Natur, der äusseren und inneren, wahrnehmen und danach handeln. Die Geduld hat eine Ende. Es blühen neue Werte.

(© Monika Minder)

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viele Knospen in roseweiss an Zweigen

(© Bild Monika Minder, jegliche Nutzung braucht eine Genehmigung)

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