Herzlich Willkommen

Eine Auswahl meiner Texte: Lyrisches, Poetisches, Prosaminiaturen, Aphorismen, Sprüche, Song-Texte, Kindergedichte, Zitate, Gedanken...

Nasse Tage

Nasse Tage bis unter die Nacht
schweigen sich Lücken
ins Kleingedruckte
der Schritte.

Der Regen trügt
die Sorgen tot
als hinge der
Sommer
nicht längst
wie ein
loses Blatt
am Baum.

(© Monika Minder, 4. Aug. 2021)



Naturfoto mit rosa Blüten

(© Bild Monika Minder)


Bild-Text
IM BLÜHENDEN
GEHT EINE METAPHER AUF.

(© Monika Minder)

Was wir haben, wollen wir nicht teilen

Was wir haben, wollen wir nicht teilen,
was wir teilen können, brauchen wir nicht.
Was wir sind, wollen wir nicht bleiben,
wo wir hinwollen, kommen wir nie an.
Was wir suchen, wollen wir nicht finden,
was wir finden können, suchen wir nicht.
Was wir sind, wollen wir nicht schätzen,
was wir leben, wollen wir nicht sterben.

(© Monika Minder)

Nach einer Idee von Thomas Brasch; "Was ich habe, will ich nicht verlieren".

Wenn die Zeit leer wird

Wenn die Zeit leer wird,
das Wort fehlt,
in einer unbegreiflichen Welt -
wo wir zerbrechlich sind.

(© Monika Minder)

Wirklichkeiten

Der Schnee liegt wie ein Spiegel
und die Vögel piepsen die Kälte tot.
Die Wirklichkeit löst sich in Zeit auf,
während Nichtigkeiten ihre Bitterkeiten
auf unbekannte Schultern laden, versuchen
wir in neuen Einsamkeiten heimisch zu werden.
In einer auf Halbmast gesetzten Zukunft
den Mond zu stören, wäre törricht.
Vielleicht die Tage mit den Träumen
auslöschen, mit leichtem Gepäck eine
neue Kombination von Leben ausdenken
und ungeschriebenen Tagen leise,
ganz leise, die Hand hinhalten.

(© Monika Minder)

Die Ordnung des Tages

Die Ordnung des Tages
liegt noch im Schlaf.
Das unaufgeräumte Gestern
könnte sich zum Konjunktiv erheben.

(© Monika Minder)

Spuren

Manchmal hinterlassen
gerade die blassen Tage
in uns
eine besondere Spur.
Leise Katzenpfoten,
die sich über die Bettdecke tasten,
abrutschen
auf zusammengerollten Beinen.
Ein Stück Geborgenheit
am Rande
eines dunklen Tages.
Manchmal sinken schlimme Gedanken
an ihren Ort
und nehmen
den Kränkungen
den Stachel
oder
der rote Faden
quellt wie ein junger Fluss
Kraft in die
zerstreute Seele.
Die Tage werden kürzer
herbstlich,
wir füllen unsere Herzen
mit Sternen und vergolden uns
den Traum mit Mondgelb.

(© Monika Minder)

Komödie

Es scheint die Komödie
in der Welt und keiner
lacht sich die Furcht
vor dem Lächerlichwerden
zu Tode.

(© Monika Minder)

Leere Blicke

Leere Blicke
schaffen Wirtschaftsklötze.
Krane ragen nicht nur
über Städte.
Wo Gräser Geduld
brauchten,
kreisen Tauben
in Kalendern
aus denen
der Wohlstand
tickt.

(© Monika Minder)



Naturfoto mit Hasle im Abendlicht

(© Bild Monika Minder)


Bild-Text
WIR MÜSSEN WIEDER LERNEN,
VERLOREN ZU GEHEN.

(© Monika Minder)

Anfang

Die Sonne steht mit den Hühnern auf,
Tautropfen silbern auf der jungen Landschaft.
Noch zeichnet sich eine hinhaltende Stille in die Blätter
und verwunschene Träume sprechen von Ewigkeit.
Die Schönheit des Sukzessiven -
Das muss der Anfang sein.

(© Monika Minder)

Die Tage

Die Tage ersaufen
in nebeltrüben Wolken,
in Wegen, die man nicht
zurückgehen kann,
weil sie nicht mehr
passen.

(© Monika Minder)

Zarte Seelen

Wer weiss, wo das Chaos
sich in die Ordnung webt,
ob das Paradies jenseits liegt
und in der Tragödie der Erde
ein Sinn geschrieben steht?

Wer weiss, wie die Welt
schmecken würde,
wenn die Liebe nicht
mit ins Grab genommen,
sondern verschenkt
worden wäre?

Wer weiss, was zarte Seelen
für Sterne brauchen,
damit ihre Herzen
nicht zu Tode
gedrückt werden?

(© Monika Minder)

Neulich

Neulich
las ich wieder
von bedrohten Arten.
Der Mensch war noch nicht dabei.
Er muss noch warten,
bis der Wind nicht mehr weht
und von Genf bis zum Bodensee
kein Baum mehr steht.

(© Monika Minder)

Die Liebe

Auch wenn du denkst,
die Liebe ist nicht mehr,
sie ist so leis,
so leis, wie nachts das Meer.

Und tags, wenn alles lenkt,
wogt sie sich hin und her.
Die Liebe schenkt
so leise wie das Meer.

(© Monika Minder)

Treue

Treue ist das Affentheater, das wir mit unserer Vorstellung von Treue selbst inszenieren.

(© Monika Minder)

Auf dem Weg

Wie eisiger Nordwind
haucht dein Schweigen mich an.
Sogar die Wut ist erstarrt.
Sie wird es schwer haben im Frühling.
Keine prallen Träume mehr,
nichts mehr berührt.
Nicht einmal der kleinste Gedanke.

Nur das Wissen bleibt,
die Erfahrung.
Ich nehme sie mit auf meinen Weg.
Vielleicht bleibe ich ab und zu stehen,
aber nur um vorwärts zu sehen.

(© Monika Minder)

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