Blumen sind die zarten Gedanken...

Aphorismus, geschrieben von Monika Minder, 2011, deutsch und englisch, sowie Gedanken zum Text.

Blumen sind die zarten Gedanken der Liebe und des Lebens.

Englische Version:
Flowers are the tender thoughts of love and life.

(© Monika Minder, 2011)

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Gedanken zu diesem Spruch

Wo noch Liebe war

Schon als kleines Kind stapfte ich jeden Frühling über Feld und Wiese, um einen Strauss Blumen zu pflücken. Zuerst über die Brücke, dann dem Bach entlang durchs hohe Gras bis weit hinten am Waldrand ein Leuchten auftauchte. Gelb und weiss und blau. Vor allem die gelben Schlüsselblumen hatten es mir angetan. Sie strahlten aus ihren Büschen. Ich pflückte mir ein Sträusschen und brachte es jeweils voller Stolz meiner Mutter als Geschenk mit.

Sie freute sich und stellte die Blümchen in einer Vase auf den Küchentisch. Die ganze Familie sollte sich daran erfreuen. Ein kleines Danke meiner Mutter.

Die Blümchen brachten Fröhlichkeit in die Stube. Es wurde hell und duftete nach Frühling, nach Freude, nach Liebe, Geborgenheit und Harmonie. Ein Stück Heimat..., trotz einfacher Verhältnisse war alles da. Auch viele Schatten.

Wie alt ich war, weiss ich nicht mehr, aber ich ging wie jeden Frühling mein Sträusschen pflücken, und brachte es voller Liebe meiner Mutter. Die Erfahrung zeigte mir, wenigstens einmal im Jahr gab es für eine Tat ein kleines Lob. Doch diesmal war alles anders. Meine Mutter rastete aus. Völlig aufgebracht meinte sie, ich solle doch die Blumen nicht immer ausreissen. Nicht viel hat es gefehlt, und sie hätte mich geschlagen. Ihren Ärger konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ihr Verhalten brüskierte und befremdete mich. Traurig und überfordert zog ich mich zurück. Unwissentlich, dass dies nur der Anfang war.

Blumen brachten mir Freude. Nicht einzig, weil sie so bunt waren und dufteten, sondern weil meine Mutter sich immer über mein Sträusschen freute, und ich ihr damit ein seltenes Lob entlocken konnte.

Wohl deshalb erinnere ich mich heute immer noch an diese kleine Episode, an diese kleine Liebe, die so gross war für mich. Und an die Beziehung mit meiner Mutter, die bereits sehr früh so wahnsinnig schwierig wurde.

Blumen sind die zarten Gedanken der Liebe und des Lebens.

Diesen kleinen Aphorismus habe ich für meine Mutter (71) geschrieben, die leider früh an Schizophrenie erkrankte.

(© Monika Minder, 2011)

Entstehung des Textes



(© Bild Monika Minder, Skizze Filzer, 2011)




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